18 Tage für Bulgarien und Rumänien: Es gibt viel zu viel zu tun

Begonnen von GschamsterDiener, 21. August 2017, 21:57

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GschamsterDiener

Es wird endlich Zeit, den Balkan abzuschließen. Rumänien habe ich schon länger ins Auge gefasst, Bulgarien nehme ich halt mit.

Ich fliege am 16.09 nach Sofia und reise am 03.10 am Abend von Temesvar ab. Das heißt: 18 Tage. Mein Interesse: Kultur und etwas Natur. Mein Reisestil: ein sehr zügiger, freilich mit den Öffis. Ich erhoffe mir hier allgemeine Tipps zu Route, Sehenswürdigkeiten, Essen, Verbindungen (macht mir in Bulgarien etwas Kopfzerbrechen) und evtl. Unterkünften (aber das macht mir am wenigsten Kopfzerbrechen).

Das ist mein Skelett, an das ich mich grob halten möchte und das mir den Eindruck vermittelt, dass ich es zu ehrgeizig mit mir meine:
16.09: Ankunft zu Mittag in Sofia, 1-2 Sehenswürdigkeiten, weiter nach Blagoevgrad
17.09: Blagoevgrad soll mein Hub für das Rila-Kloster sein, das ich an diesem Tag besuche. Wenn möglich mit Bus über Blagoevgrad weiter nach Melnik (oder am Tag darauf halt).
18.09: Melnik, Kloster, Umgebung, weiter irgendwie nach Plovdiv [bei dieser Verbindung sehe ich Probleme]
19.09: Plovdiv
20.09: Irgendwie zu Buzludzha, diesem Sowjet-UFO. Ich will das sehen. Von dort wenn möglich noch am gleichen Tag nach Veliko Tarnovo
21.09: Veliko Tarnovo
22.09: Über Ruse nach Bukarest
23.09: Bukarest, am Abend nach Sinaia
24.09: Wenn das Wetter passt Trek von Sinaia nach Bran (mit Hilfe von Seilbahnen)
25.09: Bran, über Rasnov nach Brasov
26.09: Brasov
27.09: Brasov, nach Sighisoara
28.09: Sighisoara
29.09: Sighisoara, nach Sibiu
30.09: Sibiu, Alba Iulia
01.10: Nach Turda (Silbermine), weiter nach Cluj
02.10: Cluj
03.10: Cluj nach Temesvar, Rückflug um 17 Uhr

1. Ich wäre konkret dankbar für Tipps&Wissen zur bulgarischen Route. Da ist für mich so ziemlich jede Strecke vage abgesehen von Veliko Tarnovo nach Bukarest. Wie schaffe ich es nach Buzludzha? Taxi?

2. Ist der Trek von Sinaia nach Bran in einem Tag schaffbar, wenn ich die Seilbahnen nehme? Möchte ungern 2 Tage wandern.

3. Ich mache einen ziemlichen Umweg für Turda und Cluj. Lohnt sich das?

4. Routenoptimierung?

Danke!

stali

Hallo!

Ich hab nur einen kleinen Tipp am Rande: Die Kirchenburg in Rossau, eh gleich neben Hermannstadt. Im Speckturm hängt tatsächlich Speck und das Anwesen wird von Sachsen verwaltet, die nicht nach der Ostöffnung ausgeflogen sind. Sie geben auch gern eine kurze Führung und einen Einblick in die vergangene Zeit.

So wie ich das sehe wirst du viel Zeit auf der Strecke verbringen. Ich fand das mit dem Auto schon zäh, mit den Öffis wünsch ich dir mal viel spaß.  :P

Kama aina

Ich war leider auch nur mit dem Mietwagen unterwegs und da war die Teilstücke gut machbar.
Mir fällt es immer noch schwer deine Interessenslage wirklich einzuschätzen :), aber ich persönlich finde Sofia und Bukarest besser als ihr Ruf es ihnen vorwirft. Von daher finde ich die Zeit in Sofia etwas zu kurz. 1 voller Tag sollte da schon mindestens vorhanden sein. Das hättest du ja ungefähr für Bukarest. Von daher passt das.

Auf dem Weg zum Rila Kloster könntest du noch gut die Pyramiden von Stob mitnehmen. Landschaftlich sehr sehr schön und tolle Aussichten. Das würde aber die Zeit nach oben schrauben und ich weiß nicht ob das ohne Weiteres mit den Öffis zu erreichen ist. Mit nem Mietwagen wäre das kein Problem.

Für Plovdiv ist ein Tag sehr gut geplant.

Restaurant-Empfehlungen muss ich nochmal nachschauen. Werde sie dann nachreichen.
Reisebilder-Instagram-Account: travel_herr_rei_ma

GschamsterDiener

Zitat von: stali am 22. August 2017, 07:41
Die Kirchenburg in Rossau, eh gleich neben Hermannstadt.

Danke, Großau habe ich am Plan, liegt ja direkt bei Sibiu.

GschamsterDiener

Zitat von: Kama aina am 22. August 2017, 11:11
Auf dem Weg zum Rila Kloster könntest du noch gut die Pyramiden von Stob mitnehmen. Landschaftlich sehr sehr schön und tolle Aussichten.

Bei den Pyramiden überzeugen mich die Photos nicht bzw. habe ich ähnliches schon ein paar Mal gesehen. Eine andere Möglichkeit wären die 7 Seen, aber a) werde ich so eine Landschaft auch woanders finden und b) ist es wieder ein zeitlicher Kompromiss.

Zitat von: Kama aina am 22. August 2017, 11:11
Restaurant-Empfehlungen muss ich nochmal nachschauen. Werde sie dann nachreichen.

Ich wäre dankbar!

Kama aina

Ja die Pyramiden gibt es sicherlich auch wo anders. Wir fanden es damals sehr passend, hatten aber ja auch einen anderen Ansatz als du, denke ich.

Also zu den Restaurants:

Sofia: Hadjidraganov`s Cellers und Hadjidraganovite kashti. Sicherlich auch etwas touristisch, haben aber auch viele Einheimische gesehen und vor allem war das Essen traditionell und extrem lecker.

Plovdiv: Philippopolis. Gut gelegen und sehr lecker.

Bukarest: Caru`cu Bere. Das hatte ich hier im Forum schon mal mit guter Resonanz empfohlen. Hier gilt auch: Wirkt touristisch, aber die vielen Einheimischen zeigen, dass das Essen wirklich gut ist. Mein Bier-Tipp: Ursus Dunkel!
Reisebilder-Instagram-Account: travel_herr_rei_ma

Bobsch

Caru Cu Bere kann ich auch empfehlen 😉 sehr leckeres essen, aber sicherlich etwas teurer als andere Restaurants.

pad

Ich grab den Thread mal wieder aus :) Bin grad in Cluj und möchte was ähnliches in umgekehrter Reihenfolge machen.

@GschamsterDiener, hast du die Reise damals so ungefähr gemacht, und wie hat's geklappt? High- und Lowlights? Transport-Erfahrungen insgesamt? Ich hab etwas weniger Zeit und werde wohl einiges auslassen, bin auch noch nicht sicher, ob ich es bis Bulgarien schaffe oder nur in Rumänien bleibe. Bisher hab ich Cluj (Stadt) gemacht und die Salzmine bei Turda.

Bukarest und Sofia kenne ich schon.

GschamsterDiener

Uff, das ist schon sehr lange her und ich kann mich nicht mehr im Detail an alles erinnern. Es war eher ein mittelmäßiger Trip mit wenigen Highlights.

Was mir gut bis sehr gut gefallen hat:
1. Das UFO in Bulgarien (Tour von Plowdiw)
2. Rila Kloster war nett
3. Veliko Tarnovo hat ein schönes Profil
4. Schöne Aussicht von oben auf Brasov

Rumänien fand ich weniger spannend als Bulgarien, das mich aber auch nicht wirklich begeistert hat. Ich denke, dass das Problem in Rumänien die vertraute Habsburger-Architektur war. Mir hat Lviv ja auch deswegen weniger gefallen als Kiev, weil es zu nahe dran war an dem, was ich schon gut kenne.

Wenn ich den Trip nochmals machen würde (unwahrscheinlich), dann würde ich es mit Mietwagen machen, um flexibler zu sein und mehr in die Natur zu kommen.

pad

Vielen Dank für das Feedback!

Mal schauen, wie weit ich mit meiner Zeit komme, ich habe in Cluj angefangen, dann die Salzmine bei Turda gemacht als Day Trip (easy und sehenswert, recht preiswert im Vergleich z.B. zu Wieliczka bei Krakau). Weiter nach Sighișoara, das hat mir gut gefallen, aber ein paar Stunden bzw. eine Übernachtung reichen. Jetzt auf dem Weg nach Sibiu, danach Brașov und Umgebung.

Cluj hat mir von der Atmosphäre her gut gefallen, viele tolle Cafés, junge Studentenstadt, einiges los. Günstige Flugverbindungen mit WizzAir, kann man also allenfalls auch mal als ein Hub / Stoppover nutzen.

Die Preise haben wohl schon etwas angezogen in Rumänien, ich finde es jetzt nicht wirklich günstiger als in Polen, Tschechien oder Ungarn, obwohl diese Länder bei der Infrastruktur klar weiter sind. ÖV ist etwas tricky, von daher wäre ein Mietwagen schon nicht schlecht.

GschamsterDiener

Die Mine in Turda hat mir auch ganz gut gefallen mit dem Riesenrad drin. Von Sighisoara habe ich mir mehr versprochen. Das schaut auf den Fotos richtig schön aus, ist dann aber viel kleiner und man ist recht schnell durch.

Die Öffis gingen für mich eigentlich halbwegs (aber klar, du bist Schweizer). Irgendwo gab es immer einen Bus oder Zug, der halbwegs regelmäßig fuhr. Essen habe ich als nicht so spektakulär in Erinnerung.

pad

So, mal noch ne kleine Rückblende von mir, ich hab folgendes gemacht:

Hinflug nach Cluj. Stadtbesichtigung, Chillen in Cafés, Tagesausflug Salzmine Turda. Bus nach Sighișoara, Nachmittag/Abend (man braucht nur ein paar Stunden hier). Am nächsten Tag Zug nach Sibiu, fahrplanbedingt noch ca. 1h Stadtspaziergang in Mediaș. In Sibiu zwei Nächte, hier hatte ich fast etwas viel Zeit, war dann noch beim "Astra" National Museum Complex. Weiter mit dem Bus nach Brasov. In Brasov ebenfalls zwei Nächte, zu Fuss auf den Hausberg, leider trotz Warnung auf dem iPhone keinen Bären gesehen :). Tagesausflug zum Bran Castle + Râșnov. Weiter mit dem Zug nach Sinaia, dort Gepäck am Bahnhof eingelagert und das Peleș Castle besichtigt. In Sinaia hätte ich wohl auch übernachten können, sah ganz nett aus, wenn auch touristisch. Bin aber gleichentags weiter per Zug nach Bucharest, da ich am nächsten Morgen von da aus einen Bus nach Veliko Tarnovo hatte. Früher Abend in Bucharest war ganz nett, ich kannte die Stadt schon. Veliko Tarnovo hat mir vor allem wegen der Geografie / Stadtprofil gut gefallen, die Festung bietet vor allem gute Aussichten. Weiter mit dem Bus nach Plovdiv, wo ich auch zwei Nächte war. Letzte Station dann Sofia mit Tagesausflug ins Rila-Kloster und zur Boyana-Kirche. Sofia selbst kannte ich auch schon, aber hatte noch ausreichend Zeit. Insgesamt war ich 14d unterwegs, mit 16-18d wären noch etwas mehr Ausflüge und/oder Wanderungen drin gewesen.

Der Trip hat mir gut gefallen, auch wenn es jetzt keine grossen Überraschungen gab (hab ich auch nicht erwartet). Rumänien wirkte von der Architektur her schon recht vertraut, aber die Städte sind dennoch schön und angenehm. Es gibt noch zahlreiche weitere Schlösser, Burgen und befestigte Kirchen, mit einem Mietwagen könnte man natürlich viel mehr abklappern. ÖV ging aber trotzdem besser als anfangs gedacht. In Rumänien hat mir zudem die Café-Kultur gefallen und auch die Gastronomie war gut. Bei den Unterkünften hier viele Apartments mit Self-Check-In, gute Hotels mit Rezeption zum fairen Preis sind eher die Ausnahme. Bran-Castle fand ich enttäuschend (fast 20€ Eintritt für viel Gedränge und sehr wenig zu sehen von innen, würde ich höchstens noch kurz von aussen angucken). Das Peles-Castle war hingegen innen und aussen sehr schön.

Das Rila-Kloster hat mir sehr gut gefallen, auch schön gelegen. Man könnte hier wohl auch übernachten. Auch sonst hatte ich einen tollen Eindruck von Bulgarien, gerade die Natur sah schön aus. Sofia ist seit meinem ersten Besuch vor ca. 14 Jahren schon moderner geworden, aber ausserhalb der Städte sieht man immer noch viel Zerfall.

Organisatorisch war die Reise einfach. Transporte gingen immer auf, in Rumänien gibt's auch günstig Uber/Bolt. Zug und Bus konnte ich fast alles online buchen (immer sehr kurzfristig), es ist einfach etwas ein Jungle mit all den privaten Anbietern (auch bei der Eisenbahn). Die Leute angenehm, man wird praktisch nie angequatscht (vor Restaurants etc). Preise immer noch recht moderat, aber Europa gleicht sich schon immer mehr an, die Differenzen werden kleiner. In Rumänien konnte ich 95%+ mit Karte zahlen, nur lokale Busse teils noch in Cash. In Bulgarien seit 2026 offiziell Euro als Währung, aber noch etwas mehr Cash nötig. Sprache war nie ein Problem.

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