Meine große Resteverwertung: Asien, OZ, Südsee, NZ, SA, Antarktis, Karibik, Afri

Begonnen von GschamsterDiener, 20. April 2025, 16:58

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GschamsterDiener

Fazit Zambia, Zimbabwe, Botswana (nur das Essenzielle):

Meine Route von Malawi aus war wie folgt: über die Grenze nach Zambia in den South Luangwa NP für 3N, dann mit Flugzeug über Lusaka nach Livingstone (Viktoriafälle) für 3N, dann nach Victoria Falls (Zimbabwe) für ebenso 3 Nächte, von dort über die Grenze nach Botswana, 4N in Kasane und von dort mit dem Flugzeug nach Maun (auch 4N). Von Maun bin ich über Ndola (nur Zwischenlandung) und Addis Abeba zurück nach Wien.

1. South Luangwa NP (Zambia): War teurer (halber Tag game drive für ca. 100 EUR) als gedacht und hat mir weniger gut gefallen als ich gehofft hätte. Der Park ist riesig, ist ziemlich struppig und buschig, hat viele Wasserquellen und man sieht damit weniger Tiere als zB in der Serengeti oder in Kenia. Die üblichen Tiere - Giraffen, Elefanten, etc. - sind auch erkennbar kleiner als in Ostafrika und damit nicht so beeindruckend. Am Ende hatte ich in 5 Halbtagesdrives alles Relevante gesehen (Leoparden, Löwen, wild dogs), aber das erfolgte unter großer Beanspruchung meiner Bandscheiben - sehr, sehr viel leere Offroad-Fahrerei. Der Park hat schöne Ecken, aber vom P/L und in Anbetracht dessen, dass der Park schon auch etwas abseits liegt, finde ich die Serengeti, die Massai Mara und Botswana (dazu später) besser.

2. Livingstone (Zambia): die sympathischere, erstaunlich untouristische Seite der Viktoriafälle. Ich war in der Stadt einer von wenigen Touristen. Nachteil: wenige gute Restaurants im Vergleich zu Victoria Falls. Dafür erstaunlich preiswert und unkompliziert. Eintritt zu den Fällen 20 USD. Bei Vollmond kann man am Abend für 25 USD nochmals rein, um sich die lunar rainbows anzusehen. Da hat man den gesamten Park in der Dunkelheit quasi für sich allein. Livingstone liegt zwar 10km entfernt von den Fällen, aber es fahren laufend Sammeltaxis für 1 USD (kein Verhandeln nötig) hin und zurück. Ich habe nie länger als 5 Minuten gewartet. Im August (Trockenzeit) sieht man die Fälle gut und wird nicht so naß. Beste Besuchszeit für Photos und Regenbögen: vormittags. Ich möchte betonen, dass ich die Zambier als besonders sympathisch empfunden habe. Keine Abzocke und kein Visum für Zambia nötig.

3. Victoria Falls (Zimbabwe): im Vergleich zu Livingstone sehr touristisch. Viele (ältere) Touris auf den Straßen. Vorteil: viele gute Restaurants. Insgesamt aber nicht unangenehm. Die Fälle liegen am Stadtrand und man kann gut zu Fuß hingehen. Eintritt zu den Fällen: 58 USD, also 3x so viel wie in Zambia, +30 USD für das single entry Visum für Zimbabwe. Ärgerlich: man kann mit dem Ticket nicht mehrmals an einem Tag reingehen, sprich: willst du dir die Fälle zu unterschiedlichen Tageszeiten ansehen, musst du im Park bleiben oder 2x zahlen. Die Sache ist: eigentlich lohnt es sich erst am Nachmittag, weil am Vormittag die Sonne ungünstig steht, sprich: Fotos schlecht und keine Regenbögen. Im Vergleich zu Zambia sehr viel Verkehr, vor allem von afrikanischen Schulklassen in Einheitsuniformen. Allesamt viel netter als die Asi-Schüler, die ich aus Wien kenne, aber am Ende wälzen sich dann doch Hundertschaften durch die engen Pfade des Parks und es gibt Selfie-Stau an den Viewpoints.

4. Aktivitäten rund um die Viktoriafälle: Für die Fälle per se benötigt man vielleicht 2-3 Stunden pro Seite. Man kann aber darüber hinaus viel unternehmen. Das habe ich gemacht:

a) Hubschrauberflug über den Fällen: von Vic Falls aus. Ca. 200 USD für 12 Minuten in der Maschine. Davon dreht man ca. 4 Minuten lang eine 8er-Schleife über den Fällen selbst. Das war mir für den Preis deutlich zu wenig und entsprechend enttäuscht war ich nach dem Flug.

b) Rafting am Zambezi: von Livingstone aus. Ca. 140 USD für 4-5 Stunden mit Abholen und Lunch. Sehr sicher und sehr professionell, allerdings auch auf den Durchschnittstouri (= mittelalte Chinesin und Familien mit Kindern) ausgerichtet. Die Schnellen hätte ich mir viel ärger vorgestellt. Mir am Ende zu wenig Action und zu viel Animationsgetue, Posieren für Fotos, Highfiven, etc. Ständiges "Row!"-Geschreie anderer Touristen hat zur Verbesserung der Laune des Wiener Misanthropen nicht beigetragen.

c) Sunset cruise am Zambezi: von Vic Falls aus. 68 USD mit Snacks und Getränkeflat, die ich bei Weitem nicht ausgeschöpft habe. Man sieht ein bisschen Tiere, aber im Vergleich zum Chobe (siehe gleich) war wenig los. Macht durchaus Sinn, wenn man sich 5+n Cocktails reinstellen möchte. Habe ich nicht bereut, würde ich aber nicht nochmals machen.

5. Botswana:
Ich nehme viel Positives aus Botswana mit. Das Land ist gut entwickelt, die Leute sind professioneller und emanzipierter -man hat mit deutlich mehr Frauen zu tun, die Hotels managen und als safari guide arbeiten. Die regionalen Flughäfen sind gut organisiert mit priority pass Lounges (überraschend, da habe ich größere Flughäfen ohne gehabt) und erstaunlich günstigen Ticketpreisen (Kasane nach Maun 2 Tage vor Flug: 80 USD - 45 Minuten statt 8 Stunden im Bus). Die Supermärkte sind mit Südafrika vergleichbar. Günstig, modern und gut ausgestattet.

a) Kasane/Chobe NP: dafür, dass Botswana als Premiumdestination für Safaris gilt, kommt man in Kasane erstaunlich günstig zu super Safaris, weil der Eintritt in den Nationalpark günstig ist. In meinem sehr gut organisierten Hostel wurden drives für 30 USD pro 3 Stunden Nettozeit im Park angeboten. Ähnlicher Preis für 3 Stunden Bootssafari auf dem Chobe. Ich blieb 4 Nächte, weil wegen der Mindestpersonenzahl nicht immer eine Safari möglich war. Am Ende hatte ich 2 game drives (1x 3 Stunden und 1x 6 Stunden - leider zeitlich nicht optimal) und 3 Bootsausflüge. Die Bootsafaris sind wirklich sehr gut. Der Chobe geht nur so über vor lauter Elefanten, Hippos, Büffel, Krokodilen und Wasservögeln. Es hat mir so gut gefallen, dass ich am Ende 3x gefahren bin. Und jedes Mal war es eine andere Erfahrung. Highlight waren die 2 Löwen, die am Ufer einen Elefanten gefressen haben. Die game drives waren okay mit Löwen und Leopardensichtungen nebst den üblichen Tieren. Preislich im Vergleich zu South Luangwa oder Serengeti top. Vom Boot aus hat es aber noch mehr Freude bereitet.

b) Maun/Okavango Delta: Im Vorhinein war es nicht so leicht etwas Preiswertes zu organisieren. Preise um die 500 USD pro Nacht wurden ausgerufen. Am Ende bin ich einfach mal hingefahren und habe vor Ort organisiert. Mokoro-Ausflug im Delta: im Kanu samt Gondoliere sehr langsam über die gefluteten Wiesen des Deltas schippern ist für 15-20 Minuten lustig, danach habe ich mich aber schrecklich gelangweilt und es war insgesamt zu heiß für einen unbeschatteten Bootsausflug. Man sieht ein paar Tiere aus der Entfernung, man macht einen faden einstündigen Rundgang auf einer Insel. What's the point? Für Safaris muss man entweder in teure Lodges rausfliegen oder 2+ Stunden Fahrzeit in Kauf nehmen, um in eine der teuren Concessions zu kommen. Moremi war zu meiner Zeit überflutet. Das Backup war Kazakiini. Dorthin konnte ich über mein Guesthouse eine Safari buchen: sehr fürsorgliche und professionelle Guide, die ich jedem weiterempfehlen kann. Unglaublich scharfe Augen, gute Informationsweitergabe, viel Geduld. Schade, dass es hier nur bei einem Tag blieb. Wir sahen Löwen, einen Leoparden und sehr aktive Hyenas und Schakale, die sich um ein totes Zebra gezankt haben. Das war der beste game drive dieses Afrikatrips.

Fazit Afrika-Coolcation:

Highlights:
1. Chobe NP Bootstrip - ein Muss in Afrika
2. Mulanje-Teegärten in Malawi
3. Viktoriafälle - Livingstone-Seite bei Nacht mit lunar rainbows
4. Safari in Kazakiini dank toller Guide
5. Günstige Supermärkte und Flüge in Botswana

Lowligts:
1. In Malawi von A nach B kommen
2. Aktivitäten rund um die Viktoriafälle waren im Nachhinein eher teure Reinfälle
3. P/L von South Luangwa NP (Safaris waren okay)

Was hätte ich im Nachhinein anders gemacht?
1. Malawi hat eigentlich ganz gut gepasst, ich muss aber nicht nochmals hin. Evtl. 1 Tag länger in Mulanje samt Teeverkostung und 1 Tag weniger am Lake Malawi.
2. South Luangwa NP hätte ich mir im Nachhinein lieber gespart.
3. 1 ganzer Tag bei den Viktoriafällen (Vormittag: Zambia, Nachmittag: Zimbabwe, Nacht: Zambia) hätte gereicht. Keine Aktivitäten.

Sonst so: Man muss sich im afrikanischen Winter auf Nacht-/Morgentemperaturen von 5-10 °C einstellen. Vor allem bei frühen Safaridrives in offenen Jeeps braucht man da für den wind chill mehrere Schichten, um nicht zu erfrieren. Die Schiunterwäsche hat sich bewährt.

Bei Fragen: gerne!

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