Routenplanung Südkorea

Begonnen von Jef Costello, 15. September 2025, 14:15

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Marla

#30
Zitat von: dirtsA am 03. August 2026, 10:04
Zwecks Sokcho würde ich dir ans Herz legen im The House Hostel (oder dort in der Nähe) zu übernachten und einen Bus zu buchen, der bei dem Busterminal dort ums Eck ankommt! Die meisten Busse kommen im Süden von Sokcho an, aber dann müsstest du halt nochmal mit dem Stadtbus oder Taxi zur Unterkunft. Außer du übernachtest auch im Süden. Das würde ich dir aber nicht raten, da das Zentrum rund um den Markt in Sokcho wirklich sehr nett ist abends und auch unkompliziert zum Essen gehen. Das Hostel empfehle ich dir wirklich!! Der Besitzer wird dir ALLES erzählen, du kannst komplett mit NULL Plan ankommen, er setzt sich mit dir hin und erzählt dir alles zu Bussen, Nationalpark, Wanderrouten dort, und gibt dir unzählige top Essenstipps in Sokcho. Ich glaube ja, dass ich nur wegen dem Typen schon so eine tolle Zeit dort hatte. Du kaufst quasi nicht nur deine Übernachtung, sondern deine Tourplanung :)
Für Busse zu dem Busterminal in der Nähe gibt etwas weniger Auswahl von Seoul, entkompliziert aber das Ankommen. Bus zum Nationalpark wäre dann auch quasi ums Eck vom genannten Hostel.
Ich war im selben Hostel und kann alles so bestätigen. Ich würde das auch wieder nehmen. Die Ecke ist schön, um durch Sokcho zu laufen, dafür braucht man aber nur 1-2 Stunden. Der Besitzer war mir fast ein bisschen zu übereifrig, aber das ist Geschmackssache :) Und natürlich waren seine Tipps sehr hilfreich. Das einzige, was ich anders gemacht habe und auch wieder anders machen würde, ist, den Bus zum südlichen Terminal zu nehmen, wo viel mehr Busse aus Seoul hinfahren. Mich hat das überhaupt nicht gestört, mit dem lokalen Bus noch ein Stück zu fahren, weil da auch alle paar Minuten einer fährt. Da war mir die Flexibilität wichtiger. Das ist ja auch dieselbe Linie, die dann im Süden weiter zum Nationalpark fährt, von daher ist man da dann eh schon dran gewöhnt.

Marla

Für ein Hostel in Seoul empfehle ich das Slow Vibe in Myeongdong. Ja, es ist eine touristische Gegend, aber trotzdem schön, man hat viele Restaurants und den Night Market und ist außerdem super angebunden. Ich mochte die gechillte Atmosphäre und den Garten, zudem alles sehr sauber und gepflegt. Und es ist trotz der zentralen Lage ruhig.

GschamsterDiener

Danke für die weiteren Tipps!

Ich habe mittlerweile einen Flug von Ulaanbaatar nach Seoul am 02.09 am Abend gebucht und nicht den red eye nach Busan am 03.09 mit Landung um 6 Uhr früh. Grund: ich möchte nicht so viel leiden. Jetzt lande ich gemütlich am späten Abend, nehme einen Shuttlebus zu einem der vielen günstigen Flughafenhotels in Incheon und mache mich am nächsten Morgen auf dem Weg nach Gyeongju mit dem Zug.

karoshi

Die Strategie, Leiden zu vermeiden und erst mal ins Flughafenhotel zu gehen, kann ich zu 100% nachvollziehen.
Die Flughafenhotels sind zwar in der Regel nothing to write home about, aber sie erfüllen ihren Zweck.
Ich habe es auch schon erlebt, dass durch einen langen Stopover eine Flugverbindung so viel günstiger war, dass damit das Hotel schon bezahlt war. Oder mal in ganz krasser Form in Singapur, wo im Singapore Airlines Stopover Program der Preis für ein 4-Sterne-Hotel inklusive Flughafentransfers genau 1 S$ pro Person war. Better times...
Die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie mal war.

GschamsterDiener

Etwas off topic, aber: Umsteigen in Addis Abeba mit langem Stopover. Wenn beide Flüge auf Ethiopian Airlines gebucht sind, wird man automatisch ins Skylight Hotel (5*) inklusive Abendessen und Frühstück gebucht. Gilt auch für längere Stopover untertags, da kriegt man trotzdem ein Zimmer zum Refreshen.

GschamsterDiener

Mein Fazit zu Südkorea. Vieles habe ich genauso wie ihr erlebt, bei ein paar Sachen habe ich eine andere Wahrnehmung.

Meine Route war Gyeongju (2N) - Jeju (3N) - Sokcho/Seoraksan (3N) - Seoul (4N)

Gyeongju: Sehr fußgängerfreundlich. Hügelgräber, die schön ausgeleuchtete Brücke und der Museumskomplex haben mir sehr gut gefallen. Witzigerweise war ich von Bulguksa und dem Palast mit dem Teich weniger begeistert. Transfer zum Flughafen in Daegu (Flug nach Jeju) mit Bussen supereasy.

Jeju: Ich blieb in Jeju City, was im Nachhinein vielleicht nicht die beste Entscheidung war, denn die klassischen Sehenswürdigkeiten sind davon 2 Busstunden entfernt; dafür super Erreichbarkeit des Flughafens. Wetter nicht perfekt: Hohe Luftfeuchtigkeit und stark bewölkt und teils sehr windig. Wanderungen im Inselzentrum sinnlos, weil ich nichts gesehen hätte. Ausflüge zu Ilchulbong und Umgebung (Vulkankrater; war aber dann wegen Wind gesperrt) und Seogwipo (Wasserfälle) waren eher meh. Plusseite: das weiter oben erwähnte Arario Museum in Jeju City hatte die mit Abstand beste moderne Kunst in Südkorea und die Yumin Art Nouveau Collection mitten im Nirgendwo des Südostens war architektonisch beeindruckend.

Sokcho/Seoraksan: Der Transfer auch hier unkompliziert, obwohl ich kein Busticket hatte. Der Seoul Express Bus Terminal ist ob seiner Größe und suboptimalen Beschriftung verwirrend. Wie empfohlen, habe ich im The House Hostel übernachtet. War nett und sehr günstig (23 EUR für ein Zimmer mit Bad), der Besitzer ist sehr freundlich, aber gefühlt ein bisschen routiniert/jaded. Wetter leider (und entgegen der Wettervorschau) nicht optimal: Sehr grau und mit hoher Luftfeuchtigkeit, dadurch die Wanderungen und Panoramen und die Gondelfahrt im Nationalpark weniger spektakulär. Ich kann mir vorstellen, dass der Nationalpark mit Laubfärbung und Sonnenschein fantastisch ist. Für mich war es nur okay.

Seoul: Ich habe mir ein sehr zentrales, nicht gar so günstiges AirBnB genommen mit dem Kanal vor der Haustür und den meisten Palästen und Tempeln 10-15 Minuten entfernt. Und ich war dann echt überrascht, wie sehr mich all diese immer wieder gleich aufgebauten, von Touristen überrannten (ich weiß, ich war Teil des Problems) Tempel und Paläste und Hanok Villages gelangweilt haben. Was mir wiederum gut gefallen hat: Die Walkability von Seoul. Die Stadt ist kleinteilig segmentiert, so dass sie sich niemals so groß anfühlt, wie sie eigentlich ist. Durch die vielen U-Bahn-Abgänge steht man fast nie an einer Kreuzung, sondern kann gut Meter machen. Schön: Das Panorama vom N Seoul Tower. Ein Tipp: Ich bin für meinen Rückflug in die Nähe des Flughafens übersiedelt: Großes Self-Checkin Apartment für 40 EUR, mit dem Gratis Shuttle Bus ist man in 10 gemütlichen Minuten am Flughafen. Bietet sich für späte Landungen und frühe Abflüge an und ist günstiger als in Seoul zu übernachten. Insgesamt empfand ich Seoul als durchaus sympathische Großstadt, allerdings - für mich - ohne wirklich herausragende Highlights. Ich habe aber weder Party noch eine Schönheitsbehandlung gemacht.

Sonstiges:
1. Kosten: Unglaublich günstig für die Qualität, die man bekommt. Essen, Transport, Eintritte, Übernachtungen (Ausnahme: Seoul)
2. Apps: Naver Maps war besser als Kakao Maps. Trip.com hat mehr Auswahl und ist günstiger, Booking hat The House Hostel und die günstigen Apartments bei ICN. Züge, Busse und Flüge können bequem über Trip.com gebucht werden.
3. Sprache: Ich war positiv überrascht, wie gut man mit Englisch weiterkommt. Auch die Omi im 7/11 spricht ein bisschen und versteht ein bisschen mehr. Kein Vergleich zu China vor 12 Jahren (ein Horror!).
4. Essen: Die vielen Vorspeisen auf kleinen Tellerchen sind natürlich sehr instagrammable, aber das koreanische Essen empfand ich als gar nicht mal so gut. Der Küche fehlt meiner Meinung nach die Finesse ihrer Nachbarländer. Ich habe viel probiert inklusive Marktküchen, es war mir aber meistens zu plump und zu wenig Umami. (Ich habe dann bei den Dim Sum in der Singapore Airlines Lounge erbarmungslos und gründlich zugeschlagen.)

Highlights:
- Gyeongju
- die Kosten, die Organisation, die Infrastruktur

Lowlights:
- das Wetter; jetzt nicht katastrophal, aber Frühling und Herbst dürften besser sein mit blauem Himmel und weniger Luftfeuchtigkeit

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