Meine große Resteverwertung: Asien, OZ, Südsee, NZ, SA, Antarktis, Karibik, Afri

Begonnen von GschamsterDiener, 20. April 2025, 16:58

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GschamsterDiener

Zusammenfassung und Fazit zur Antarktis:

19D/18N an Bord der Hondius. Die Route im Groben war: Beagle Channel/Seetag (1,5d)- Falklands (1,5d)-Seetage (2,5d)-South Georgia (4d)-Seetage (1,5d)-South Orkneys (0,5d)-Seetag (1d)-Antarctic Peninsula (3,75d)-Seetage = Rückkehr über die Drake Passage (2,25d).

Ich habe ca. 10 Tage vor Start des Cruise für 12,5k$ ein Bett in der 4er-Kabine gebucht. Mit Trinkgeld (freiwillig) und Spende an den South Georgia Fund (ich habe einen Kochkurs an Bord für 250 GBP ersteigert) hat mich die Expedition dank schwachem Dollarkurs ca. 11k EUR gekostet.

Ich bin ja eher nicht so der emotionale Typ und habe nach vielen Reisen eine recht hohe Begeisterungsschwelle entwickelt, aber die Antarktis war eine meiner absolut besten Reiseerfahrungen und die hohe Ausgabe definitiv wert. Eine Traumreise.

Was passiert so, wenn man am Schiff ist: Das war meine erste Kreuzfahrt, insofern war ich überrascht über das hohe Level des Angebots an Bord. Tägliche Reinigung der Kabinen, drei überraschend gute Mahlzeiten (meistens Buffet, manchmal 3-Gang-Menü) und Snacks dazwischen, Tee und Kaffee so viel man will. Da fragte sich der notorische Backpacker nach Jahren in versifften Absteigen, wieso er so etwas nicht viel früher gemacht hat, ist doch viel bequemer. Internet ist überraschend schnell und stabil und man hat 1.5GB täglich gratis. An Seetagen gibt es regelmäßige wissenschaftliche Vorträge – 30% ausgezeichnet, weitere 40% gut. Die Vorträge werden von den Guides gehalten. Die ca. 16 Guides sind ein illustrer internationaler Haufen von Spezialisten. Beispiele: Wir hatten einen Dr. der Glaziologie, einen Dr. der Veterinärmedizin, eine Falklanderin in 8. Generation, einen Veteranen des Falklandkrieges, Vogelkundler, die Jahre auf Südgeorgien verbracht hatten, etc. Die Guides operieren auch die Zodiacs (kleine Gummiboote) und schauen bei Anlandungen, dass die chinesischen Passagiere keine Pinguine mitnehmen, etc.

Was passiert außerhalb des Schiffs: man ist entweder an Land oder (wenn die Personenzahl an Land limitiert ist oder eine Anlandung wegen Wetters nicht möglich ist) man cruist im Zodiac herum. Ich war zunächst kein großer Fan der Zodiacs, weil es bei Fotos wackelt und man in Südgeorgien aus dem Wasser weniger sieht als an Land und es kalt ist. Aber ich wurde ein großer Fan von Zodiacs in der Antarktis, weil man da sehr nahe Robben und – natürlich! – Wale rankommen konnte.

Die Highlights in loser chronologischer Reihenfolge:
1. Saunders Island (Falklands): ich fand die Falklands insgesamt nett, aber am wenigsten interessant – mit Ausnahme von Saunders Island. Hier gibt es neben mehreren Arten von Pinguinen eine große Brutstätte von Albatrossen.
2. Alle Anlandungen in Südgeorgien: Riesige Kolonien von Königspinguinen (100tausende); verspielte Fellrobben; Seeelefanten mit ihren wunderschönen großen Augen; junge Seeelefanten-Männchen, die sich ausprobieren; Besuch von ehemaligen Walstationen Marke Lost Places, insbesondere Grytviken bei perfektem Sonnenschein, wo die Fauna die Kontrolle über vor sich hin rostende Mordmaschinerie übernommen hat – sensationell photogen.
3. Vom Schiff aus Wale beobachten, teils von der für alle offenen Brücke aus. An einem Abend, als wir durch einen Kanal gefahren sind, haben wir wahrscheinlich über 100 Buckelwale in einer Stunde gesehen. An einem anderen Tag haben wir ca. 20 Orcas entdeckt, die einen Finwal erlegt haben und konnten 20 Minuten lang die Action vom Schiff aus verfolgen.
4. Die Schönheit der Antarktis: Sonnig, windstill, die Szenerie spiegelt sich im glatten Wasser wider.
5. Die Zodiac Cruises in der Antarktis: Buckelwale teilweise weniger als einen Meter vom Gummiboot entfernt, Leopardenrobben, die dich vom Wasser aus auschecken, ein Orca direkt unter dem Boot. (Ich war leider nicht in einem der Boote, vor denen ein Buckelwal ca. 20x pirouettenhaft aus dem Wasser sprang.)
6. Das Wetter: Wir hatten echt Glück. Nicht mal in der berüchtigten Drake Passage hatten wir signifikanten Wellengang. Südgeorgien war teils sonnig, teils konnten wir leider nicht anlanden, die Antarktis war perfekt.

Die Lowlights:
1. Eigentlich nur die recht zähe Seepassage zwischen Falklands und Südgeorgien.
2. Evtl. noch ein paar der Zodiacfahrten in Südgeorgien.

Was hätte ich im Nachhinein anders gemacht: Ich hatte als Puffer 2 Nächte Buenos Aires + 2 Nächte Ushuaia vor dem Cruise und eine Nacht in Buenos Aires nach dem Cruise gebucht und konnte damit meinem Hobby, der Mißbilligung Argentiniens, ausgiebig fröhnen. Dieser große Puffer war aber im Nachgang überhaupt nicht notwendig. Ich würde im Nachhinein jeweils eine Nacht in BA und Ushuaia streichen. Zudem würde ich von BA nach Ushuaia die deutlich günstigeren Flugtickets von Flybondi buchen anstatt mit Aerolineas Argentinas zu fliegen, die sehr teuer und regelmäßig verspätet sind.

Bei Fragen: gerne.

dirtsA

Klingt nach einem tollen Erlebnis!! Schön, dass alles so gut geklappt hat und der Preis es auch wirklich wert war.
Stellt sich nur die Frage: Welche Kreuzfahrt kommt als nächstes? ;)
Meine Reisen und mein Nomaden-Leben: http://justbookedatrip.wordpress.com

GschamsterDiener

Zitat von: dirtsA am 06. März 2026, 11:47
Klingt nach einem tollen Erlebnis!! Schön, dass alles so gut geklappt hat und der Preis es auch wirklich wert war.
Stellt sich nur die Frage: Welche Kreuzfahrt kommt als nächstes? ;)

Ich habe mir mal die Arktis angesehen, allerdings muss ich noch herausfinden, ob das auf eigene Faust nicht auch (günstiger und flexibler) ginge – Svalbard, Grönland, etc.

In die Antarktis muss ich nicht nochmals, bei aller Liebe. Das wäre ja kein neues Erlebnis mehr.

Evtl. wäre auch noch eine Karibikkreuzfahrt interessant zum Abhaken der Kleinstaaten, wenn es mir wieder nach Abhaken und Kleinstaaten gelüsten sollte.

GschamsterDiener

Zitat von: Derevaja am 22. Mai 2025, 04:00
Unser Schiff für die 10-Tage Kreuzfahrt war die Fragata, die zwischen Budget und Tourist liegt - gefühlt eher im Budgetbereich :D

Im Übrigen habe ich auch die Fragata gebucht, nicht zuletzt, weil es für dich insgesamt okay war und die Alternative "Golondrina" zwar deutlich günstiger, aber auch schlechter reviewt war. Die 8D/7N-Tour (8C) startet übermorgen am Vormittag und deckt die Inseln östlich von Isabela ab. Da ich aber bereits gestern gelandet bin, habe ich die Fähre nach Isabela genommen, um ein bisschen selbständig zu erkunden. Bislang habe ich eigentlich nur mit der Transportmafia zu tun gehabt, dafür ist das Essen besser und günstiger als in Chile.

Derevaja

ZitatIm Übrigen habe ich auch die Fragata gebucht, nicht zuletzt, weil es für dich insgesamt okay war und die Alternative "Golondrina" zwar deutlich günstiger, aber auch schlechter reviewt war.

Ich hoffe du wirst eine ähnlich gute Zeit auf der Tour haben wie wir sie letztes Jahr hatten :) Ich hatte die Golondrina damals auch vor Anker liegen gesehen und die Fragata bietet doch deutlich mehr Raum und entsprechend Komfort.
Gelebt in Deutschland, Grossbritannien und Norwegen
Seit 2015 in der Schweiz
Bisher 86 Länder bereist
Nächste Reise: ?

GschamsterDiener

Zusammenfassung und Fazit zur Carretera Austral (Ruta 7)

Die Carretera Austral (CA) wurde mir vor 12 Jahren von meinen chilenischen Freunden ans Herz gelegt: wild, abgelegen, wunderschön. Die CA verläuft von Puerto Montt bis Villa O'Higgins, ist ca. 1.200km lang und verbindet viele Nationalparks des chilenischen Patagoniens. In dieser Gegend wohnen in Summe 100.000 Menschen, die Hälfte davon in Coyhaique, der einzigen richtigen Stadt, die strategisch günstig in der Mitte der CA liegt.

Man kann die CA per Fahrrad, per Hitchhiking, mit viel Geduld mit Bussen und Fähren machen – oder natürlich mit dem Auto. Camper sind in Chile sehr teuer, Mietwägen gehen preislich (ca. 50 EUR) und man findet problemlos über Booking und vor allem AirBnB okaye Unterkünfte von Bano compartido (ca. 25 EUR) bis Cabana mit eigener Küche und Bad (ca. 50-60 EUR). Da Restaurants in dieser Ecke ziemlich teuer und schlecht sind (einfaches Mittagessen 15-20 EUR), die Lebensmittel dafür recht günstig, empfiehlt es sich immer etwas mit Küchenzugang zu buchen - do the math!

Wenn man Einwegmiete und Routenführung über Argentinien ausklammert, gibt es eigentlich nur 2 Varianten, wie man die CA angehen kann: Nord-Süd-Nord mit Start- und Endpunkt Puerto Montt oder Mitte-S/N-Mitte-N/S-Mitte mit Start- und Endpunkt Coyhaique. Wenn man etwas googlet, wird auch eine Variante von O'Higgins aus (S-N-S) erwähnt, aber ich frage mich, wie das gehen soll und wieso man sich das antun sollte. O'Higgins ist eine frontier town mit 2 Flügen pro Woche von Puerto Montt, wo Einheimische priorisiert werden. Mir wäre auch nicht klar, ob man sich dort überhaupt ein Auto mieten kann.

Nach etwas Überlegen entschied ich mich für die Variante von Coyhaique aus. Der Grund war, dass die Strecke von Puerto Montt aus ziemlich bald 3 teils längere Fährstrecken beinhaltet, und manche Fähren muss man in der Hochsaison im Voraus buchen. Ich entschied mich, diesen Abschnitt nicht zu machen und mir damit 6 Fährfahrten (= teuer, unflexibel, lange Wartezeiten) zu sparen. Damit konnte ich es in 15 Tagen teils gemütlich angehen und trotz wechselhaften Wetters unter Ausschöpfung von Backup-Tagen alles abklappern, was ich geplant habe.

Die grobe Route war wie folgt: Von Coyhaique in den Norden, Besuch von Pumalin NP und Queulat NP. Der Norden ist weniger spektakulär als der Süden, hat dafür zu 80% asphaltierte Straßen. Queulat ist ein hängender Gletscher mit einem Wasserfall und dadurch recht ikonisch, weswegen man seot Kurzem limitierte Tickets im Voraus buchen muss, was viele nicht wissen (ich habs mir dann erst auf dem Rückweg ansehen können). Im Pumalin NP kann man zum Chaiten Vulkan raufgehen und hat ein schönes Panorama. Sonst gibt es noch 2nd tier Wanderungen und es war einiges wegen Instandhaltung gesperrt, was mich interessiert hätte. Im Norden war ich 5 Nächte, aber es hätten 3-4 locker ausgereicht. Das Wetter war im Norden sehr gut; Sonnenschein bei 20-25 Grad, die Strecke ist immer grün, häufig aber nicht so spektakulär wie gedacht. Die Straßen sind zu 75% asphaltiert.

Im Süden war meine Strecke: Coyhaique - Cochrane (2N; von dort Patagonia NP) – Caleta Tortel (1N; auf Stelzen und Stegen gebautes Holzfällerdorf, das man erst seit 20 Jahren mit dem Auto erreichen kann) – O'Higgins (2N; Ende der Carretera Austral) – Puerto Rio Tranqilo (1N; Kayak zur Catedral de Marmol) – Chile Chico (2N; von dort Jeinimeni NP) – Fähre von Chile Chico (2h) nach Villa Cerro Castillo (2N; von dort Cerro Castillo NP) – Rückfahrt zum Flughafen Coyhaique, Rückgabe Auto ohne Vorkommnisse. Die Straßen im Süden sind ab Cerro Castillo zu 80% unpaved, allerdings kann man meistens trotzdem 60-80km/h fahren. Das Wetter im Süden war leider zum Teil ein Spielverderber, und wenn das Wetter in Patagonien nicht passt, macht es nicht mehr so viel Spaß.

Die Highlights:
1. Laguna Castillo: 1300m Aufstieg wird mit schönen Panoramen und dem Blick auf die spektakuläre Laguna belohnt – Prädikat Torres del Paine.
2. Patagonia NP: Habe den Lagunas Altas Trek (22km als Loop) dieses recht neuen NPs gemacht. Man sieht Guanakas und geht an mehreren Seen vorbei. Schöne Panoramen. Nichts hier ist top tier, das Wetter war halt perfekt an dem Tag, da macht die Beinarbeit auch mehr Freude.
3. Die Straßenqualität (vor allem im Norden). Die unbefestigte Ruta 7 wird immer weniger unbefestigt und es war immer wieder eine positive Überraschung, wenn es mal wieder ein weiteres unerwartetes asphaltiertes Stück Straße gab.
4. Caleta Tortel: mal etwas anderes und ein schöner Ausblick
5. Cochrane, Chile Chico – beide Kleinstädte waren tolle Logistikhubs (abseits von Coyhaique) mit guten und preiswerten Übernachtungen, starkem Internet, Supermärkten, Wäschereien und den nettesten Hosts im Süden (aber vielleicht hatte ich einfach Glück).

Die Lowlights:
1. Die Fähre, die man benötigt, um nach O'Higgins zu gelangen, ist gratis, braucht für die Strecke von 6km ca. 45 Minuten, fasst 12 Fahrzeuge und ist in der Hauptsaison komplett überlastet. Das bedeutet lange Wartezeiten: Hinfahrt 3 Stunden, Rückfahrt 5 Stunden. Sehr unerfreulich.
2. Kosten der NP und tourism pricing: Eintritt in die NP is normalerweise für Ausländer 12 EUR pro Tag, es gibt keine Wochen- oder Monatstickets. Das summiert sich entsprechend. Tiefpunkt war Cerro Castillo mit 20 EUR, dafür erzählen dir drei unterschiedliche Personen dann, dass es oben windig ist. Danke für die essenzielle Information. Tourism pricing gilt übrigens auch für die Fähren.
2. Vielleicht auch wetterbedingt: Catedral de Marmol. Die Fotos sehen geil aus, die Realität ist trist, wenn es regnet. Und es hat stark geregnet. Das alles für 2 Formationen und eine Höhle, durch die man durchkayaken kann...
3. Bootsausflüge: Ich habe keinen einzigen Bootsausflug zu irgendwelchen Gletschern gemacht, weil ich die 150 EUR pro Nase nicht eingesehen habe - alles, was Recht ist.

Fazit: Es war schon okay, aber für mich nicht essenziell – anders als zum Beispiel Torres del Paine. Es war mal wieder so ein Ausflug, nach dem ich mich fragte, warum man sich das antun sollte, wenn man so etwas Ähnliches mit viel weniger Aufwand und wahrscheinlich sogar besser in Skandinavien oder definitiv besser und deutlich günstiger in Neuseeland bekommt. Das habe ich meinen lieben Freunden in Santiago natürlich nicht gesagt. ;)

Bei Fragen: gerne!

GschamsterDiener

Nach längerer Zeit ein Update von mir. Ich habe Ende März eine 8-tägige Galapagos-Kreuzfahrt unbeschadet beendet und bin dann über Bogota (ebenso unbeschadet) nach Hause voller Vorfreude, endlich mal wieder etwas Produktives zu machen. Nach nun über drei Monaten aber sowas von erfolglosen Bewerbens beiße ich nun notgedrungen in den sauren Apfel des Budgetreisens an eher obskure Orte und gehe zur Umsetzung meiner eigentlich für April/Mai geplanten Afrikatour über. Lust habe ich eigentlich überhaupt nicht, aber vielleicht kommt sie dann beim Machen.

Der Plan für die Coolcation in Afrika:
1. Malawi (12d): Blantyre-Mulanje-Zomba Plateau-Cape Maclear-Lilongwe nur für den Transit nach...
2. Zambia (6d): South Luangwe NP-Lusaka-Livingstone; würde gerne etwas länger bleiben und andere NP erkunden, aber das ist ohne self-drive wohl nicht möglicht
3. Zimbabwe (2-3d): nur Victoria Falls mit ein paar Aktivitäten; würde auch gerne etwas mehr von Zimbabwe sehen, aber bei NP siehe Zambia und sonst lacht mich nichts an
4. Botswana (8-9d): ein paar Tage in Kasane mit game drives in Chobe, dann wahrscheinlich nach Maun und von dort eine mehrtägige Safari ins Okavango Delta (Moremi, Khwai); hier hätte ich mich über eine längere Safari von Kasane nach Maun gefreut, aber so viele dieser Safaris werden gar nicht angeboten

Ich bin bereits in Malawi in Mulanje (schöne Panoramen). Gröbere Frustration bereitet(e) mir die Planung von Zambia bis Botswana. So sehr ich mich bemühe, finde ich keine halbwegs vernünftig bepreisten Möglichkeiten game drives zu buchen. Entweder überteuerte Lodges oder keine Information. Last minute scheint auch nicht viel zu gehen. In Botswana sprechen wir mittlerweile von teils 450+ USD pro Safaritag. Würde ich das hier nochmals machen, würde ich definitiv self-driven. Aber das geht so kurzfristig (ich habe die Flüge vor 10 Tagen gebucht) nicht wirklich gut in der Hauptsaison.

dirtsA

Na dann hoffe ich mal, dass die Freude am reisen doch noch kommt ;) Aber nicht so einfach in Afrika... Transport und Touren, v.a. individuell, bereiten oft Kopfschmerzen. Wie du ja auch schon merkst.

Ich nehme jetzt einfach an, dass du in meinem etwas veralteten Blog rumgestöbert hast und spare mir daher Detail-Empfehlungen ;) Wir haben die Route ja in umgekehrter Richtung (und dann jeweils noch weiter) gemacht damals und sind auf ähnliche Ergebnisse gestoßen.

Wollten in Zim gerne auch mehr machen, sind dann aber nur mit dem Bus von Windhoek zu den Victoria Falls, die angeschaut, über die Grenze nach Zam.

Den South Luangwa NP fanden wir super und da haben wir damals schon eine Budget-Variante gefunden. Gerade nachgeschaut, die Lodge hieß Marula Lodge. Keine Ahnung ob es die noch gibt und ob die noch leistbar ist. Es gab damals sogar ein Dorm und Backpacker-freundliche Packages. Hab dort echt mit die besten Safaris unternommen und es war der einzige Ort, an dem wir Leoparden sehen konnten.
Kafue NP war ein bisschen richtiges Abenteuer, weg von der Standard-Route. Aber ein Muss dann auch nicht...

Bin gespannt, wie dir das Zomba-Plateau gefällt - dafür waren wir dann zu reisemüde.

Botswana hat uns unglaublich gut gefallen, also selbst wenn du nur dort für ein paar Tage noch ein 4x4 mieten könntest für eine Self-Drive-Tour, würde sich das schon auszahlen. Kann hier für ohne eigenes Auto aber leider keine Tipps geben... Hoffe, du findest eine gute Lösung!
Meine Reisen und mein Nomaden-Leben: http://justbookedatrip.wordpress.com

GschamsterDiener

Deinen Blog lese ich ja eh akribisch und mehrmals. Ich bin wahrscheinlich der treueste Leser ;)

In South Luangwa gibt es 2-3 günstige Guesthouses und wahrscheinlich ein paar günstige Lodges, die man aber einzeln recherchieren und anschreiben muss, weil sie nicht auf den üblichen Plattformen listen. Die Game Drives sind aber leider teuer (geworden).

Rund um die Victoria Falls mache ich ein paar Aktivitäten wie Hubschrauber und Rafting.

In Botswana werde ich in Kasane ein paar Nächte einplanen und last minute Game Drives buchen, weil ich mehrmals gehört habe, dass das gut und halbwegs human geht. In Maun werde ich etwas Ähnliches probieren, obwohl ich nicht weiss, ob das wie in Kasane geht. Im schlimmsten Fall nehme ich dann kurzfristig etwas Teures oder mache Tagesausflüge und verplempere den Rest meiner Zeit.  ;D

dirtsA

Oh super, das freut mich :) Leider ist der Blog bei mir ja komplett eingeschlafen in den letzten Jahren und ich kann mich nicht mehr dazu motivieren. Aber wenigstens die Berichte aus der Vergangenheit existieren!

Hab jetzt aus Neugier selbst mal geschaut und die von mir damals positiv erlebte Marula Lodge scheint ja nicht mehr so gute Bewertungen zu bekommen. Hab spontan ein paar andere leistbare Lodges gesehen, aber natürlich nicht auf Datum etc geachtet. Hoffentlich findest du was Cooles und hast dann auch das nötige Glück, das man bei Safaris ja immer braucht! Irgendwie wird's schon werden mit deiner Afrika-Reise. Die Lodges können ja teils wirklich toll sein, wenn man sich ein bisschen was leisten kann/will.
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GschamsterDiener

Ich glaube, dass deine Lodge in South Luangwa dieses Jahr renoviert wurde. Die Preissteigerungen werden wohl auch durch die Inflation und den aktuellen Benzinpreis bedingt sein. In Malawi kostet der Liter Benzin ca. 6000 Kwacha, das sind nach offiziellem Kurs 3 USD (Schwarzmarkt: 1.5 USD). Essen ist dafür günstig und gar nicht übel.

In Maun habe ich zwischenzeitlich eine super bewertete Lodge gefunden, die relativ günstige Ausflüge anbietet, wenn sich 2 Personen finden. Da niste ich mich für die letzten Tage ein und schaue, was geht. Damit ist die Reise soweit durchgeplant.

Gestern habe ich mir noch einen gar nicht so teuren Flug von South Luangwa nach Livingstone (Umstieg in Lusaka) gegönnt. Damit habe ich noch 2 harte Reisetage in Malawi (Cape Maclear-Lilongwe; Lilongwe-South Luangwa), danach wird es entspannter.

GschamsterDiener

Fazit Malawi:

11 Tage in Malawi. Blantyre-Mulanje-Zomba-Cape Maclear-Lilongwe.

Das Positive:
1. Wahrscheinlich eines der leichteren afrikanischen Länder, wenn man den Transport ausblendet. Die Menschen sind freundlich, hilfsbereit und zurückhaltend. Englisch wird weitgehend gut gesprochen. Es gibt so etwas wie einen Backpackertrail und ein ganz gutes Angebot und Verständnis dafür, was Reisende eigentlich brauchen. Abzocke hält sich in Grenzen (eigentlich nur Transport) und man muss sich nicht korrupt betätigen.
2. Abgesehen von Transport und der Bootstour am Lake Malawi ist das Land günstig und wird sehr günstig, wenn man Fremdwährung am Schwarzmarkt umtauscht. USD zu Kwacha ist offiziell 1:2000, am Schwarzmarkt kann man bis zu 1:4000 erhalten. In Cape Maclear kannst du um 10-15k Kwacha frischen Fisch mit reichlich Beilagen essen - das sind dann 3-4 EUR.
3. Die Teegärten von Mulanje vor dem Hintergrund des kahlen Inselbergs - sehr photogen.
4. Mobiles Internet ist sehr günstig und überraschend gut. Man braucht es auch, weil viele Lodges kein Wifi anbieten, und wenn sie es anbieten, dann ist es nicht so stabil und wird durch regelmäßige power cuts unterbrochen. Ich habe problemlos eine Sim mit 27 GB um 5 USD erhalten. Wichtig auch, um sich die Zeit auf den sehr langwierigen Transfers zu vertreiben.

Das Negative:
1. Öffentlicher Transport ist in Malawi sehr, sehr (SEHR!!) schlecht. Teuer, sehr langsam, in vollgestopften abgerockten Minibussen oder shared Taxis. Faustregel ist ca. 30km/h inklusive Wartezeit, Polizeikontrollen (alle 5km), ausladen und wieder einladen, etc. Da hilft nur stoisches in sich Ruhen und Ertragen. Ich habe für jeden Transfer einen ganzen Tag budgetiert, da war ich dann nicht so grantig, wenn es mal wieder nicht weiter ging.
2. So viel zu sehen gibt es in Malawi eigentlich nicht. Mulanje ist wegen der Teegärten schön, Cape Maclear ist sehr zugebaut und hat keinen Strand mehr, seit es vor ein paar Jahren stark geregnet hat, und ist dann halt ein See, Zomba gibt eigentlich nicht viel her, die größeren Städte sind potthässlich, insbesondere Lilongwe.

Fazit: Es stellt sich mir die Frage, ob die 1,75 Sehenswürdigkeiten Malawis es Wert sind, die Mühen des Transports auf sich zu nehmen. Andererseits vermute ich, dass die meisten anderen afrikanischen Länder (der ganze Westen und das Zentrum) teurer, mühsamer und wahrscheinlich weniger interessant sind. Kann man, muss man aber nicht machen.

dirtsA

Würde ich mal wieder so unterschreiben. Scheinbar hat sich seit meinem Besuch nicht viel verändert ;)
Bin gespannt, wie es dir weiterhin so ergeht in Afrika. Ich habe in Afrika nur noch 2 Wunschländer auf meiner Liste: Tansania mit den ganzen Safaris (Great Migration) und Zanzibar. Und Uganda mit den Gorillas. Aber dann habe ich auch fertig ;D
Meine Reisen und mein Nomaden-Leben: http://justbookedatrip.wordpress.com

GschamsterDiener

Zu Tansania und insbesondere Uganda kann ich dann beizeiten Input liefern und in diesem Zusammenhang dann auch ein Plädoyer für Kenia loswerden. Ist ja quasi eh um die Ecke, wenn man so will.

dirtsA

Uganda überlege ich sogar gerade. Weiß nicht, ob du auch schon in Panama warst, aber vielleicht magst du ja hier deinen Senf dazu geben? :) https://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=16586.0
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